Keinem von uns ist Gott fern


 
EberharDer Nachfolger ist gewählt. Er heißt Roland Spur, kommt jetzt aus Zuffenhausen, war früher Kurseel-
sorger in Montegrotto und Abano Terme, Pfarrer in Esslingen-Berkheim und Landespfarrer für Rundfunk und Fernsehen sowie Kirchlicher Beau-
ftragter beim SWR. Eine ausführliche Vorstellung wird sicher im nächsten Gemeindebrief zu lesen sein. Für mich und für Sie ist Abschied angesagt. Meinen - vorläufig - letzten Gottes-
dienst in der Waldkirche werde ich am 20. Juni halten. Anschließend gibt es ein großes Gemeindefest, zu dem ich Sie recht herzlich einlade. Im Frühjahr 1997 sind meine Frau und ich ins Pfarrhaus eingezogen, damals noch mit zwei Töchtern, die in-
zwischen ausgeflogen sind. Diese  dreizehn Jahre in der Waldkirchen-
gemeinde waren für uns eine überaus intensive und erlebnisreiche Zeit. Wir haben die Feststellung gemacht: Man kann zwar seinen Glauben auch solo leben, für sich allein, aber in der Gemeinschaft mit anderen ist es schöner. Da macht es einfach mehr Spaß, jedenfalls wenn es nette Leute sind, mit denen man sich gut versteht. Und die fanden wir in dieser Gemeinde zur Genüge. Das Schöne ist, wenn sich viele mit ihren Ideen und ihrer Begabung in die Gemeinschaft einbringen und eigene Initiativen entwickeln. Zu einer Gemeinde gehören aber nicht nur die Aktiven, sondern auch Menschen, die aus irgendenem Grund nur passiv dabei sind, sich aber gleichwohl ihr zugehörig wissen. Und als Pfarrer hatte ich oft auch mit Menschen zu tun, die selbst nicht zu unserer Gemeinde gehören, weil sie einer anderen Konfession oder Religion angehören oder vor Jahren aus der Kirche ausgetreten sind. Ich habe festgestellt: Die grundlegenden Fragen  des menschlichen Lebens sind für uns alle ähnlich. Und wenn wir uns ernsthaft damit befassen, kommen sogleich auch religiöse Überlegungen mit ins Spiel. Paulus hat Recht, wenn er sagt: „Keinem von uns ist Gott fern“. Das war auch meine Erfahrung. Und so habe ich einer Sammlung von Predigten aus den letzten beiden Jahren diesen Titel gegeben. Wenn Sie an ihr interessiert sind, fragen Sie Mitte Juni im Gemeindebüro nach. Ich grüße Sie zum Abschied mit dem alten Sinnspruch, der bei uns im Pfarrhaus auf einem alten Dachziegel neben der Eingangstür angebracht ist:

     Friede dem, der kommt,
     Freude dem, der hier verweilt,
     Segen dem, der weiterzieht.
 
Ihr Gemeindepfarrer Eberdard Grötzinger